Hochwasser in Norddeutschland: So ist die Lage an unserem nordwestdeutschen Standort Oldenburg

Der seit Tagen anhaltende Dauerregen in Norddeutschland hat zu Überschwemmungen und Höchstständen an vielen Flüssen geführt. In Niedersachsen wurden seit Beginn der Hochwassergefahr 1,9 Millionen Sandsäcke gefüllt, aus anderen Bundesländern kommt Nachschub. Auch in Oldenburg bleibt die Lage angespannt. Ob und wie Kolleginnen und Kollegen oder Kunden betroffen sind, haben wir Jürgen Moormann aus unserer Niederlassung in Oldenburg gefragt.

Herr Moormann, wie ist die Situation in der Stadt und in unserer Niederlassung?
Die Hochwasserlage ist nach wie vor angespannt. Die Pegelstände sind weiterhin hoch und damit auch der Druck auf die Deiche. Vor allem die Hunte, die auch durch die Stadt fließt, macht uns Sorgen, da die Pegelstände in den letzten Tagen kontinuierlich gestiegen sind und es weiter regnet. Die Innenstadt von Oldenburg, wo sich unsere Niederlassung befindet, ist weniger betroffen. Das ist verschiedenen Schutzmaßnahmen zu verdanken. Dazu gehören zum Beispiel Schöpfwerke und Sperrtore, die die Kanäle von der Hunte trennen.
Ganz anders sieht es im Stadtteil Bümmerstede aus: Dort errichten Einsatzkräfte seit Neujahr einen mobilen Notdeich, um Siedlungsgebiete zu schützen. Er erstreckt sich über rund zwei Kilometer entlang des teilweise durchweichten Huntedeiches und besteht aus mit Wasser oder Sand gefüllten Fässern.

Sind Kolleginnen und Kollegen und ihre Familien persönlich betroffen?
Unser dreizehnköpfiges Team in Oldenburg ist Gott sei Dank nicht direkt betroffen. Meine Schwiegereltern wohnen im Emsland, etwa fünf Meter von der Ems entfernt. Das war ein paar Tage lang sehr kritisch, weil der Pegel stieg und wir unsicher waren, ob die Sandsäcke ausreichen oder es zu einer Überschwemmung kommt. Zum Glück war das nicht der Fall und die Lage hat sich etwas entspannt. Die Unsicherheit ist überall, ob die Deiche dem Druck standhalten. Normalerweise halten sie den enormen Wassermassen etwa acht bis zwölf Tage stand. Das haben wir jetzt an vielen Stellen erreicht. An der Hase, das ist eigentlich nur ein kleiner Fluss, ist es vor ein paar Tagen passiert. Bei Löningen, etwa eine Stunde südwestlich von Oldenburg, ist der Deich auf einer Länge von zehn Metern gebrochen. Zum Glück sind keine Menschen oder Ortschaften gefährdet. Insgesamt bleibt die Lage aber kritisch. Ich beobachte ständig zwei Internetseiten mit den aktuellen Pegelständen. Auch die Stadt Oldenburg informiert stündlich auf ihren Seiten. Wir hoffen sehr, dass die getroffenen Maßnahmen ausreichen und der Regen wie vorhergesagt zum Wochenende aufhört.

Sind unsere Kunden betroffen?
Bisher liegen uns keine Informationen vor, dass Kunden mit ihren Produktionsanlagen betroffen sind. Aber wenn man die Bilder von den Seenlandschaften sieht, kann man sich vorstellen, was das z.B. für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet: Die Felder mit dem Wintergetreide sind überschwemmt, das wird sicher zu Ertragseinbußen führen.